OpenAI hat das Tech‑Podcast‑Netzwerk „TBPN” übernommen. Das gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Die Talkshow, die erst 2025 startete, ist vor allem im Silicon Valley gefragt. Das Format soll trotz Übernahme des KI-Unternehmens redaktionell unabhängig bleiben.
Was ist „TBPN”?
„TBPN” steht für Technology Business Programming Network und ist ein tägliches Live-Format der Gründer Jordi Hays and John Cooga. Das Format sendet werktags jeweils von 11 bis 14 Uhr.
In einem Porträt über die Show, beschrieb die New York Times „TBPN” als „zwei selbstbewusste Typen, die den Technokapitalismus wie eine Fantasy-Football-Liga behandeln”. Und weiter: „Man könnte es als „SportsCenter“ für den chronisch-online MBA-Absolventen bezeichnen.”
Thematisch konzentriert sich das Format auf die Technologie- und insbesondere KI-Branche. Sie berichten über Kündigungen, Einstellungen, Strategien und Produktupdates.
OpenAI-Geschäftsführer Sam Altman war selbst schon mehrfach Gast bei „TBPN”, zuletzt diskutierte er dort den Wettbewerb mit Anthropic, einem weiteren KI-Unternehmen. Auch andere Tech-CEOs wie Mark Zuckerberg oder Satya Nadella wurden von Hays und Cooga bereits interviewt.
OpenAI sucht neue Wege der Kommunikation
Fidji Simo, CEO of Applications bei OpenAI, begründet den Kauf des Medienunternehmens in einer Pressemitteilung: „Während ich über die Zukunft der Kommunikation bei OpenAI nachgedacht habe, ist mir eines klar geworden: Die üblichen Kommunikationsrichtlinien lassen sich auf uns einfach nicht anwenden.“ Simo betont in dem Statement die Mission des Unternehmens („Sicherzustellen, dass künstliche allgemeine Intelligenz der gesamten Menschheit zugutekommt”) und schlussfolgert daraus einen Bedarf nach „realen, konstruktiven Gesprächen” über KI. Statt selbst einen Podcast oder ähnliches zu starten, wolle OpenAI mit dem Kauf unterstützen, was Hays und Cooga aufgebaut haben.
Dass Unternehmen bestehende Medienmarken kaufen ist nicht ungewöhnlich. Das Marketingtool HubSpot erwarb 2021 das Medien-Start-up The Hustle, inklusive des Podcasts „My First Million“. Das deutsche E-Commerce-Unternehmen Zalando hat 2022 die Mehrheit an Highsnobiety gekauft. In beiden Fällen ging es damals vor allem um Kundenbindung durch Content.
