Nach Newslettern und Website-Baukästen unterstützt Beehiiv nun auch Podcast-Hosting. Damit tritt die Plattform in einen hart umkämpften Markt ein: Neben Hostern wie Acast, Podigee und Spotify buhlen auch Kundenbindungs-Tools wie Patreon um Creator.
Creator können eigenes Ökosystem aufbauen
Ab sofort können Nutzer neue Podcasts direkt bei Beehiiv anlegen oder bestehende Shows importieren. Als Hoster übernimmt Beehiiv die Distribution zu Apps wie Apple Podcasts, Spotify oder Pocket Casts.
In einem Blogpost betont Beehiiv besonders, dass Creator durch Beehiiv ihr eigenes Ökosystem aufbauen können– unabhängig von Plattformen wie Apple oder Spotify. Der Podcast ist vollständig in die eigene Beehiiv-Website integriert. Jede Episode erhält eine suchmaschinenoptimierte Seite und einen interaktiven Transkript-Player, in dem Hörer suchen und springen können.
Beehiiv verspricht IAB-konforme Analysen, Echtzeit-Daten und Bot-Filter. Dazu gehören Aufschlüsselungen nach Ländern, Apps, Geräten und Betriebssystemen.
So können Creator mit Podcasts Geld verdienen
Auch beim Geldverdienen will Beehiiv eine Alternative bieten. Podcasts lassen sich in bestehende Newsletter-Abos integrieren. Wer bereits ein Paid-Angebot hat, kann seinen zahlenden Nutzern private Feeds oder exklusive Episoden anbieten. Anders als manche Konkurrenten hält Beehiiv laut eigener Aussage keinen Umsatzanteil zurück. Auf längere Sicht soll außerdem das Beehiiv-eigene Werbenetzwerk von Newslettern auf Podcasts ausgeweitet werden.
Erst im Januar gab CEO Tyler Denk bekannt, dass beehiiv die Werbeabteilung des Unternehmens ausbauen wolle.
Zum Start arbeiten mehrere bekannte Creator mit dem neuen System, darunter „The Rebooting“, „Sweat Equity“ oder Avni Barmans „The Gen She Podcast“.
Nur eine Episode im Monat kostenlos
Beehiiv bietet mehrere Pakete an, Podcasts sind in allen enthalten. Im kostenlosen Tarif kann nur eine Episode pro Monat veröffentlicht werden. Das „Scale“-Paket erlaubt vier Episoden. Unbegrenzte Folgen gibt es erst in den Tarifen „Max“ und „Enterprise“.
Plattform kämpfen um Creator
Beehiiv ist ein direkter Wettbewerber der Newsletter-Plattform Substack. Auf beiden Website können Creator kostenlos und ohne technisches Hintergrundwissen Newsletter starten. In Abgrenzung zu klassischen Newsletter-Baukasten-Anbietern, setzen sowohl Substack und beehiiv in plattformeigene Empfehlungssysteme. So werden beispielsweise Lesern beim Folgen eines Newsletter auf der Plattform stets andere Newsletter empfohlen. Die Mechanik erinnert an Social-Media-Dienste wie Instagram und soll es Creatorn einfacher machen, eine Community aufzubauen.
Substack bietet bereits seit 2022 Podcast-Hosting auf seiner Plattform an. Vor zwei Wochen verkündete Substack den Start des „Substack Recording Studio”, ein Webtool, dass das Aufnehmen und Verbreiten von Podcasts einfacher machen soll.
Plattformen wie Spotify, Acast oder sogar Apple haben in den vergangenen Jahren wiederholt versucht, Podcaster exklusiv an ihre Plattform zu binden – mal mit Bonuszahlungen, mal mit besseren Tools. Beehiiv hofft offenbar, mit seinem Newsletter-Ökosystem ein schlagkräftiges Argument zu liefern: Alles an einem Ort und direkt monetarisierbar.
