Mathias Döpfner bei etn.

Axel Springer investiert in Live-Tech-Talkshow „etn.“ aus London

Axel Springer steigt beim Live-Streaming-Start-up „European Technology Network“, kurz „etn“, ein. Der Konzern ist damit Teil der 1,6-Millionen-Dollar-Seed-Runde des Start-ups. Und ahmt OpenAI nach.

Was ist etn.?

Das „European Technology Network“ wurde erst im vergangenen Jahr von Luke Knight und Ronan Chambers gegründet. Von einem Studio im Londoner Stadtteil King’s Cross sendet etn. seit heute an fünf Tagen in der Woche live auf X und YouTube. Zuvor sendete das Duo an zwei Tagen die Woche.

Luke Knight arbeitete, bevor er „etn.“ gründete, bei mehreren Investment-Gesellschaften in London als Associate. Ronan Chambers schloss sein Geologie-Studium 2021 ab und arbeitete danach in mehreren Start-ups. Seit September konzentrieren sich beide auf ihre Rolle als Gründer und Hosts bei „etn.“.

Laut Unternehmensangaben kommt die Show inzwischen auf mehr als fünf Millionen Views. Die Videos, die auf YouTube öffentlich einsehbar sind, kommen jedoch meist nur auf zweistellige oder niedrig dreistellige Aufrufe. Der Kanal hat nur 1640 Abonnenten. Auf X folgen rund 10.300 Accounts „etn.“.

Gegenüber TechCrunch sagte Chambers: „ETN entstand aus einer klaffenden Lücke in der Branche.“ Die klassischen Medien in Großbritannien könnten mit der rapiden Entwicklung der Tech-Branche nicht mehr mithalten.

Mathias Döpfner besucht „etn“-Live-Show

In der heutigen Folge von „etn.“ besuchte Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner Knight und Chambers, um über das derzeitige Medienumfeld zu sprechen. Döpfner spricht unter anderem über die Vertrauenserosion in klassischen Medien und das Momentum, das junge Creator-geführte Medienmarken dadurch haben. Zudem plädiert er für künstliche Intelligenz im Journalismus.

„TBPN“ als Vorbild?

„Etn.“ erinnert stark an die amerikanische Live-Streaming-Show „TBPN“: „Technology Business Programming Network“. Das Live-Format sendet ebenfalls werktäglich von 11 bis 14 Uhr amerikanischer Zeit und bespricht die neusten KI- und Tech-News aus dem Silicon Valley.

In einem Porträt beschrieb die New York Times „TBPN“ als „zwei selbstbewusste Typen, die den Technokapitalismus wie eine Fantasy-Football-Liga behandeln“. Und weiter: „Man könnte es als ‚SportsCenter‘ für den chronisch-online MBA-Absolventen bezeichnen.”

Im April 2026 kaufte OpenAI das Start-up, um die Gespräche über künstliche Intelligenz mitzugestalten.