Seit vergangener Woche testet Spotify in ausgewählten Märkten eine Funktion, mit der Nutzende Werbung überspringen können. Aus der Branche hagelt es dafür nun Kritik.
„Skip Ahead“ überspringt Werbeblöcke
Wie Podnews berichtet, nennt sich das neue Feature „Skip Ahead“, also Vorspringen. Dabei handelt es sich nicht um einfache Buttons, mit denen 15 oder 39 Sekunden vor- oder zurückgespult wird. Stattdessen taucht die Funktion erst dann auf, wenn Werbeunterbrechungen starten, und erkennt automatisch, wann diese endet. Aktuell scheint es Werbung, Eigenwerbung des Podcasts als auch Intros zu erkennen. Das Feature wird getestet: Nur ausgewählte Premium-User sehen den Button.
Besonders brisant: Die Funktion erscheint auch bei sogenannten Spotify Originals, also bei Shows, die von Spotify in Auftrag gegeben werden und die im Auftrag von Spotify vermarktet werden. Laut Podnews entsteht daraus eine Widersprüchlichkeit: Spotify verkauft Werbeplätze und bietet gleichzeitig eine Funktion an, um Werbung zu überspringen.
„Skip Ahead“ erscheint jedoch auch bei Shows, die nicht von Spotify selbst vermarktet werden, wie etwa bei Podcasts von Acast oder der New York Times.
Begräbt Spotify Podcasting, wie wir es kennen?
Maxi Tani vom Medienmagazin Semafor sieht das Feature als bedrohlich für die Branche: „Dennoch könnte dieser Schritt die Podcast-Branche grundlegend verändern, die ohnehin bereits mit einer Verlagerung hin zu YouTube zu kämpfen hat. Für Podcasts, deren Einnahmen davon abhängen, dass Nutzer ihre direkt verkauften Werbeanzeigen anhören, ist dies ein Warnschuss.“
Laut Semafor ist Spotify in Gesprächen mit Podcast-Netzwerken und Mitbewerbern, seitdem das Feature bekannt geworden ist.
