Companionship Podcast

Was sind Companion-Podcasts? Serien zum Nachhören

Companion Podcasts sind Begleit-Podcasts für Serien, Filme oder Bücher, die das eigentliche Medium ergänzen. Darin sprechen oft die Filmmacher, die Darsteller oder die Menschen hinter der Kamera von der Arbeit am Format. Hörerinnen und Hörer bekommen so exklusive Einblicke hinter die Kulissen oder sogar detaillierte Hintergrundinformationen pro Folge oder Kapitel.

“Companion podcasts” are the latest hit format – The Economist

Es gibt offizielle Companion Podcasts direkt von den Produktionsstudios der Serien und Filme, die von vornherein als Verlängerung konzipiert sind. Es gibt aber auch Formate von Fans oder von ehemaligen Darstellern und Mitwirkenden.

Companion Podcasts der Produktionsstudios

Einer der ersten offiziellen Begleit-Podcasts erschien 2019 zur Serie „Chernobyl“. Host Peter Sagal hat darin jede Folge mit dem Serienschöpfer Craig Mazin nachbesprochen. Produziert wurde die Show im Auftrag von HBO und Sky.

Auch zu „The Last of us“ und „Succession“ veröffentlichte HBO offizielle Podcasts, die sich detailliert mit den jeweiligen Serien beschäftigten.

Konkurrent Netflix lässt Serien ebenfalls durch Podcasts verlängern und erhofft sich damit nähere Fanbindung. So erscheint beispielsweise „Bridgerton: The Official Podcast“. Auch zum Film „Peaky Blinders“ und der Serie „BEEF“ gab es jeweils eine Show.

Inoffizielle Formate von Darstellern und Produzenten

Einer der bekanntesten und vielleicht auch einer der ersten Companion Podcasts war „Fake Doctors, Real Friends“ von Zach Braff und Donald Faison, die in der Serie „Scrubs“ viele Jahre die Freunde und Arzt-Kollegen JD und Turk spielten.

In „How me made your mother“ sprechen der Schauspieler Josh Radnor und der Serienschöpfer Craig Thomas über die Folgen der Erfolgsserie „How I Met Your Mother“.

Fan-Formate geben authentische Einblicke

Deutlich unübersichtlicher wird der Markt bei Fan-Formaten. In solchen Podcasts besprechen Fans von Serien oder Filmen die Shows. Meistens handelt es sich dabei um sogenannte Rewatch Podcasts.

In „Stranger Danger“ bespricht jemand jede Episode, jedes Buch und jeden Comic rund um die Netflix-Serie „Stranger Things”.

Companion Podcast in Deutschland

Auch in Deutschland gibt es solche Companion Podcasts. Der Podcast „Goldfische“ bespricht beispielsweise jede einzelne Folge der Apple-Serie „Ted Lasso“. Und im „Bradshaw Club” nehmen Karin Eckhold und Judith Rauwald jede Folge von „Sex and the City“ unter die Lupe.

Auch der Fernsehsender RTL lässt einzelne Reality-Formate besprechen. So gibt es „Der offizielle Bachelor Podcast“. In „Aftershow“ versucht RTL gleich mehrere Reality-Shows innerhalb eines Podcast-Feeds zu verlängern.

Was ist das Ziel von Companion Podcasts?

Ein zentrales Ziel ist, die Fanbindung aufrechtzuerhalten. Gerade bei Serien, die wöchentlich veröffentlicht werden, kann so die Zeit von Folge zu Folge verkürzt werden. Zuschauerinnen und Zuschauer beschäftigen sich noch intensiver mit der Serie, wodurch ihre Beziehung und letztlich auch ihre Treue zur Serie gestärkt wird.

Bei bereits abgeschlossenen Serien nutzen ehemalige Darsteller solche Formate, um sich wieder in Erinnerung zu rufen und ihre alte Bekanntheit zu kapitalisieren. Companion Podcasts knüpfen gezielt an positive Popkultur-Erinnerungen an, um neue Bindung enstehen zu lassen.

Auch für die Werbevermarktung können Companion Podcasts spannend sein: Statt beispielsweise nur die Werbepausen innerhalb der Serie zu vermarkten, können Kampagnen so crossmedial geplant werden. Die Werbewirkung kann dadurch verstärkt werden.

Für Creator eröffnen Fan-Podcasts einen Weg, von der Aufmerksamkeit einer Serie, eines Films oder eines Buches zu profitieren.

Die Rewatch-Podcasts zielen natürlich vor allem auf Nostalgie ab, indem sich in die gute alte Zeit zurückgeträumt wird.